Women in Science

v. l. n. r.: Anne Gerhards (Präsidentin, Zonta Union Intercity), Prof. G. Margaritondo (EPFL), Preisträgerin Prof. Margarita Chli (ETHZ), Prof. M. Campagna (Präsident a+), Dr. M. Duca Widmer (Vizepräsidentin SATW), Prof. M. Rahier (UniNE), Prof. U. Suter (ETHZ)
Mit dem 30’000 Franken dotierten Prix Zonta zeichnen die Zonta Clubs der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein alle zwei Jahre Frauen aus, die auf höchstem Niveau wissenschaftlich tätig sind. Der diesjährige Preis wurde am 10. November im Hotel Bellevue in Bern an Prof. Margarita Chli vergeben. Chli ist Assistenzprofessorin im Gebiet «Vision for Robotics» an der ETH Zürich und verknüpft in ihren Forschungsarbeiten verschiedene Disziplinen wie Computer Vision, Machine Learning und Neurowissenschaft. Sie gilt in der Robotikforschung als eine der einflussreichsten Frauen der Welt, ihre Publikationen gehören zu den meistzitierten. Chli sei «ein leuchtendes Vorbild und ein Stimulus für talentierte, an Natur- und Ingenieurwissenschaften interessierte Frauen», so die Jury. Dies sei ganz im Sinne des Prix Zonta, der unter der Devise «Rasche Intuition, scharfer Verstand, klare Kommunikation» Frauen fördern und den weiblichen Nachwuchs motivieren will.

Der Prix Zonta geniesst jeweils das Patronat eines Schweizer Bundesrats, in diesem Jahr Guy Parmelin, und die fachliche Betreuung durch Jean-Marie Lehn, Nobelpreisträger 1987 für Chemie. Prof. Maurice Campagna, Präsident der Akademien der Wissenschaften Schweiz, hielt anschliessend an der Preisverleihung ein Referat zum Thema «Fachkräftemangel, Bildung und Forschung im 21. Jahrhundert». Er veranschaulichte darin die aktuellen Herausforderungen der Schweiz in der digitalen Transformation. Insbesondere ging er auf die Rolle der Schweiz im Bereich der nachhaltigen, gesellschaftlichen Entwicklung ein, also ihre Rolle für eine gerechtere Welt mit weniger Korruption. Er illustrierte die Rolle der Frauen in der Wissenschaft und Technik in einer historischen Perspektive. Dabei thematisierte er besonders die Aufgaben der ganzen Familie, der Lehrerinnen und der Schule sowie die neue Rolle der Museen. Es sei entscheidend, das wissenschaftliche und technische Interesse bereits in jungen Jahren zu wecken, sagte Campagna – dies sei im Rahmen der MINT-Projekte des Bundes auch eine Aufgabe der Akademien. «Ohne einen namhaften Beitrag der Frauen wird man demnächst die Lücken in den Bereichen Ingenieur- und Technikwesen auf allen Stufen auch bei uns – also nicht nur in den Entwicklungsländern – nicht schliessen können», sagte er. Dies gelte auch im Management ausserhalb der Kommunikation oder der Human Resources.

Weitere Informationen zum Prix Zonta


 

Science meets Art*


In Zeiten gesellschaftlicher Dekohäsion aufgrund technischer Fortschritte, die die Globalisierung begünstigen, und zunehmender Ängste wegen Arbeitsplatzverlust, sind Veranstaltungen besonders wertvoll, die den nationalen Zusammenhalt und den interkantonalen Austausch fördern. Hier stehen Kunst und Wissenschaft vor vergleichbaren Herausforderungen. Ein solches «Event» war das Vernissage der Ausstellung «Formen und Tendenzen der Pop Art in der Schweiz» in Aarau. An der Eröffnung nahmen viele Teilnehmende aus der ganzen Schweiz.

Die Pop Art gilt als eine der wichtigsten internationalen Kunstströmungen der Nachkriegszeit. Auch für die Schweizer Kunstschaffenden war sie von Bedeutung. Beeindruckt von den provokativen Bildinhalten und den neuartigen Bildtechniken schufen sie Werke, die sich an die internationalen Vorbilder anlehnen, jedoch auch eine eigene künstlerische Sprache sprechen. Dabei kristallisierte sich eine spezifische Spielart der Pop Art heraus.

Das Aargauer Kunsthaus widmet den spezifisch schweizerischen Formen und Tendenzen der Pop Art in der Deutschschweiz, im Tessin und in der Romandie eine gross angelegte Schau. Sie gibt zum ersten Mal einen umfassenden Überblick über die Pop Art hierzulande und beleuchtet Schnittstellen zur Kunst im öffentlichen Raum, zum Design und zur Musik. Swiss Pop Art vereint rund 240 Gemälde, Papierarbeiten, Skulpturen, Filme und Objekte aus dem Zeitraum von 1962 bis 1972 von 50 Kunstschaffenden wie Fernando Bordoni (im Bild), Samuel Buri, Niki de Saint Phalle, Emilienne Farny, Franz Gertsch, Rosina Kuhn, Urs Lüthi, Markus Raetz oder Peter Stämpfli. Viele der Arbeiten wurden kaum je in Ausstellungen gezeigt und erlauben es dem Publikum, zahlreiche Neuentdeckungen zu machen. Daneben werden ausgewählte Installationen wie beispielsweise Peter Stämpflis M 301 (1970) eigens für die Schau rekonstruiert.

Ich empfehle den a+ Angehörigen des Verbunds der Akademien einen Besuch nach Aarau wärmstens.

Ausstellung:
Swiss Pop Art. Formen und Tendenzen der Pop Art in der Schweiz
7. Mai – 1. Oktober 2017, Aargauer Kunsthaus, Aarau
 
 

Nachhaltigkeit der grenzüberschreitenden Mobilität


Beginn der Osterferien, Start der üblichen Staumeldung am Gotthard. Wegen Lastwagenpannen im Gotthard-Strassentunnel am Palmsonntagswochenende wiederholte sich die alljährlich wiederkehrende Szenerie. Bei dieser Gelegenheit erinnert man sich daran, dass das Schweizer Volk mit der Annahme der Alpenschutzinitiave vor über 20 Jahren sich zum Ziel gesetzt hatte, Warentransporte von der Strasse auf die Bahn umzulagern. Dazu wurde für rund 24 Milliarden Franken die Neue Eisenbahn Alpentransversale (NEAT) am Lötschberg und Gotthard gebaut. Nach der feierlichen Eröffnung des NEAT-Basistunnels 2016 und der für den 13. Dezember 2020 vorgesehenen Eröffnung des fast 20 Kilometer langen Monte Ceneri-Basistunnels, bleibt das Problem des Flaschenhalses südlich von Lugano. Doch wie geht es weiter? Welche Projekte stehen an bis 2050? 

Auf diesem Zeithorizont wird die Umfahrung von Milano und die Verbindung bis zum Mittelmeer zu den grossen Umladehäfen von Genua und Vado Ligure wichtig. Die italienische Regierung mit Minister Graziano Del Rio hat die Eröffnung eines Basistunnels unter dem «Appennin–Terzo Valico» zur Ligurischen Küste für 2020 versprochen.

Für Öffentlichkeit und Politik organisieren die Städte Lugano und Genua seit 2011 alle 3 Jahre mit der Beteiligung des Schweizer Botschafters in Rom ein Symposium, abwechslungsweise in Lugano und in Genua. Am 10. April nahmen neben Botschafter Giancarlo Kessler (mitte) und Prof. Rico Maggi (rechts, im Bild mit Maurice Campagna links) nahmen auch Vertreterinnen und Vertreter von Wissenschaft und Wirtschaft teil. Moderiert von den Akademien der Wissenschaften Schweiz fokussierte das diesjährige Thema auf die grenzüberschreitende, nachhaltige Mobilität und deren Bedeutung für den Wohlstand in Zeiten des beschleunigten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbruches. Die hochkarätigen italienischen Gästen und Referenten aus der Schweiz haben neue Ansätze eingebracht, um bürokratische Engpässen zu überwinden. Es geht nicht nur um Umweltschutz sondern auch um die Wettbewerbsfähigkeit der Regionen südlich der Linie Rotterdam–Duisburg–Transeurasische Linie. Sowohl Norditalien wie die Schweiz gehen Gefahr, von den grossen Operateuren via Meer und Bahn umfahren zu werden. Die Beschleunigung des Infrastrakturprojektes Nordschweiz–Alpen–Piemont–Lombardei–Ligurien–Mittelmeer mit einer neuen Logistik ist eine wichtige Komponente.
 

Präsidiale Klima-Diskussionen


Neuste Zahlen zu bekannten Risiken des Klimawandels an die Adresse der Weltöffenltichkeit. Dies präsentierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen des Workshops «Climate Change and Global Risks» am diesjährigen World Economic Forum in Davos mit führenden Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Wirtschaft. Als prominentester Gast am «Arctic Base Camp» stand Al Gore, ehemaliger US Vizepräsident und Friedens-Nobelpreisträger, am Rednerpult. Er lancierte die Idee eines «globalen Marshall Plan», um das Fortbestehen unserer Zivilisation langfristig zu sichern. Gore erinnerte daran, dass die Grundlagen zur Verminderung der Risiken des Klimawandels vorhanden sind. Jetzt sei es an der Zeit, diese verbindlich umzusetzen. In Zeiten abnehmenden Forschungsmittel forderte er die Wissenschaftscommunity auf, ihre Kräfte zu bündeln. Am Workshop nahmen unter anderem Christiana Figueres, Generalsekretärin des Sekretariats der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC), Botschafter Stefan Flückiger, Staatssekretär Mauro dell’Ambrogio, ETH-Ratspräsident Fritz Schiesser, Konrad Steffen, Direktor des Eidgenössischen Forschungsinstituts für Wald, Schnee und Landschaft, und Akademien-Präsident Maurice Campagna teil.
 

Neue Moleküle, detaillierte Strukturen, Aufbau von Materialien


Am 5. Dezember 2016 wurde am Paul Scherrer Institut (PSI) die zukunftsweisende Grossforschungsanlage in Betrieb genommen: der Röntgenlaser SwissFEL. Mit kurzen Pulsen von Röntgenlicht mit Lasereigenschaften können Forschende extrem schnelle Vorgänge wie die Entstehung neuer Moleküle bei chemischen Reaktionen verfolgen, die detaillierte Struktur lebenswichtiger Proteine bestimmen oder den genauen Aufbau von Materialien klären. Dabei werden die Forschenden Einblicke gewinnen, wie sie mit heute verfügbaren Methoden nicht möglich sind. An der Einweihungsfeier erklärte Prof. Joël Mesot, Direktor des PSI, persönlich die Details des SwissFEL.
 

Präsidenten unter sich


An der Verleihung der Balzan Preise 2016 in Rom haben sich die Wege von Akademien-Präsident Maurice Campagna und dem italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella gekreuzt. Auf höchster internationaler Ebene konnten die Anliegen der Wissenschaftsgemeinschaft in politische Entscheidgremien eingebracht werden. Die nationalen Akademien müssten sich mit vereinten Kräften diese Herausforderung zum Wohle der ganzen Gesellschaft annehmen. Mattarella habe empfohlen, die Kontakte mit dem Ministero degli Esteri auf Arbeitsebene zu pflegen, berichtet Maurice Campagna aus Rom.
 
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