Irène Dietschi


Gewinnerin des Prix Média 2010 (Medizin, Thema: Gesundheit als Pflicht?)

Ausgezeichnet für:
«Ein kastaniengrosses Problem», 17. Oktober 2009, «Das Magazin»

Zur «Gesundheitspflicht» des Einzelnen gehört heutzutage die Vorsorge, insbesondere die Krebsvorsorge. Bei Männern in fortgeschrittenem Alter ist die Untersuchung auf Prostatakrebs mittels PSA-Test sozusagen Pflicht. Doch gerade der PSA-Test zeigt die Zwiespältigkeit solcher Vorsorgeuntersuchungen: «Es ist etwa 50 Mal wahrscheinlicher, dass der PSA-Test das Leben eines Mannes ruiniert, als dass er es rettet», sagt Otis Brawley von der amerikanischen Krebsgesellschaft. Das Hauptproblem ist das Risiko von Überbehandlung. Nach der Therapie - in der Regel die Entfernung der Prostata - sind die betreffenden Männer zwar wieder gesund, doch der Preis dafür ist hoch. Viele werden impotent, manche bleiben ihr Leben lang auch inkontinent. In ihrem Artikel zeichnet Irène Dietschi dieses Dilemma anhand von drei Patientengeschichten auf einer persönlichen Ebene nach. Darüber hinaus diskutiert sie das Problem aufgrund von Studienergebnissen und Interviews mit Fachleuten. Ihr Fazit lautet: «Gesundheit als Pflicht» kann die Gesundheit auch beeinträchtigen.

In ihrem Artikel «Ein kastaniengrosses Problem», erschienen am 17. Oktober 2009 in «Das Magazin», schildert Irène Dietschi das Dilemma, in dem sich Männer nach der Diagnose Prostatakrebs befinden, und sie hinterfragt den Nutzen von regelmässigen Prostata-Vorsorgeuntersuchungen. Der Artikel geht die Problematik intelligent an und setzt im Sinne von «Gesundheit als individuelle Pflicht» das Preisthema mit hoher journalistisch-handwerklicher Qualität um.

Biographie: Irène Dietschi ist am 22. Dezember 1963 geboren, hat in Olten die Schulen besucht, an der Universität Basel Germanistik, Anglistik und Medienwissenschaften studiert und 1990 mit dem Lizentiat abgeschlossen. Seither ist sie journalistisch tätig. Irène Dietschi war Redaktorin beim «Magazin» von 1992 bis 1996. Seit der Geburt ihres ersten Kindes arbeitet sie freiberuflich, mit Schwerpunkt Wissenschaftsjournalismus. Sie ist für mehrere Publikumsmedien tätig, u.a. für NZZ am Sonntag, Beobachter, Weltwoche oder Fritz & Fränzi. Zu ihren Publikationen gehören zudem mehrere populäre Sachbücher. Das jüngste Buch (2010) mit dem Titel «Krebs. Und das Leben geht weiter» hat sie im Auftrag des Orell Füssli-Verlags zum 100jährigen Jubiläum der Krebsliga Schweiz geschrieben. Irène Dietschi ist mit Oliver Klaffke verheiratet und hat drei schulpflichtige Kinder. Neben ihren beruflichen und familiären Pflichten engagiert sich Irène Dietschi im Gemeinwesen: als Präsidentin eines Elternvereins in ihrem Wohnort, der u.a. eine Kinderkrippe führt, und als Präsidentin des Schweizer Klubs für Wissenschaftsjournalismus.


 

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